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SZENISCHE PROJEKTE

Im Rahmen des Studiengangs TFM und des Masterstudiengangs Dramaturgie werden in regelmäßigen Abständen szenische Projekte angeboten, deren Leitung von unterschiedlichen Personen aus dem Theater- und Performancebereich übernommen wird. So konnten in der Vergangenheit bereits Laurent Chétouane, Tim Etchells, Christoph Nel, Mike Pearson, René Pollesch, Helena Waldmann, u.v.m. für szenische Projekte gewonnen werden.

 

 

Szenisches Projekt mit Gerardo Naumann

11.-25. März 2012

Die Universität

Die Universität, wie wir sie heute kennen, wurzelt in den Prinzipien der Aufklärung aus der Zeit der Französischen Revolution. Die Universität macht es sich zur Aufgabe, dem Studenten das Wissen der Welt zur Verfügung zu stellen, damit er versteht, lernt, über sich hinaus- und in die Welt der Erwachsenen wächst. Wenn wir die Kunst als Raum verstehen, der sich immer wieder neu erfindet, die Ordnung der Dinge in Frage stellt und Zweifel generiert, können wir die Kunsthochschule als einen unzureichenden oder sogar die Kunst gefährdenden Raum verstehen, in dem Maße, wie er institutionalisiert, das Bekannte wiederholt und Regeln aufstellt. Sollte nicht jede Universität, nicht nur die der Künste, sich der Produktion von Zweifel verschreiben? Was ist die Universität, wie wir sie heute kennen? Die Universität ist ein Ort, an dem Wissen geschaffen wird. Die Studenten konsumieren dieses Wissen nicht nur, sondern fabrizieren es. Sie ist also ein Ort, an dem zur gleichen Zeit fabriziert und konsumiert wird. Wie ist diese Ökonomie zwischen Herstellung und Konsum beschaffen? Wie weit reicht sie? Wie wird sie gedacht? Wer realisiert sie?
In diesem szenischen Projekt realisieren wir eine Führung durch die Universität anhand von Menschen, die an der Universität arbeiten. Wir skizzieren eine Diagonale durch die verschiedenen Schichten der Universität, in deren sechs Stationen die Teilnehmer/Darsteller ihre Arbeitsräume präsentieren. Die Führung folgt in auf- oder absteigender Reihenfolge der sozialen Pyramide, die diese Personen verbindet. Zum Beispiel beginnt sie beim Rektor oder einem Dekan, gelangt von dort zu einem hohen Verwaltungsangestellten und danach zu einem Professor. Und so, wie die Studenten Co-Produzenten der Universität sind, hält die Führung auch bei einem Studenten, der sein Studienumfeld vorstellt. Das Stück inszeniert das Denken derjenigen, die das Stück denken. Das Stück inkludiert notwendigerweise diejenigen, die es denken, da sie an der Universität aktiv mitwirken.
Nach dem Studenten macht das Stück Station bei einem Nachtwächter oder einer Putzfrau. So präsentiert einer nach dem anderen für 10-15 Minuten die Räume, in denen er arbeitet und die er während seines Arbeitsalltags durchkreuzt, das, was er denkt, während er arbeitet und das, was er tut, während er denkt. Für eineinhalb Stunden bewegen sich die Teilnehmer an der Führung durch die Universität als ein unbekanntes, neues Gebiet. Wie wird die Universität gedacht? Welche Personen repräsentieren sie? Welche Räume und Elemente gehören zu ihr? Wofür gibt es die Universität? Könnte sie auch anders benutzt werden? Was bedeutet Universität?

Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung bis zum 8. Februar 2012 erforderlich unter gabriel[at]tfm.uni-frankfurt.de

 

 

geändert am 25. Januar 2012  E-Mail: Webmasterhillgaertner@tfm.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 25. Januar 2012, 16:22
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/tfm/Szenische_Projekte.html