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Filmische Alterität. Mediale Übertragungen zwischen Europa und Japan

von Dr. Andreas Becker

Erst der Film, die "mimetische Maschine" (Michael Taussig), mit seiner technischen Normierung, bietet dem Publikum die transnationale Plattform, durch welche sich Wahrnehmungsformen jenseits der Sprache und ungeachtet der räumlichen Distanz austauschen konnten. Im Film lassen sich andere Bildkulturen in konkreter Anschauung erleben. Der bereits in den klassischen Künsten (Literatur, Malerei, Oper) begonnene kulturelle Transfer erreicht damit eine neue Qualität.

Die Wechselbeziehung von japanischem und westlich-europäischem Film ist ein besonders ergiebiges Forschungsthema, da die Kulturen lange Zeit keinen bzw. nur einen sehr eingeschränkten kulturellen Austausch miteinander pflegten und sich die Bildkulturen unabhängig voneinander entwickeln konnten (Perspektive, Erzählformen, Farbholzdruck). Erst mit der Einführung der technischen Vorläuferapparaturen im Japan des 18. Jahrhunderts (Camera obscura, Glasspiegel) setzte ein Austauschprozess ein, der sich in der europäischen Kunst beispielsweise im Japonismus des 19. Jahrhunderts zeigte und der sich mit dem Film beschleunigte.

Sowohl westliche als auch japanische Filmemacher nutzten die ästhetische Möglichkeit des Films, bildkulturell fremde Wahrnehmungsmuster zu inszenieren und etablierte Wahrnehmungsformen zu hinterfragen. Die Studie behandelt den jeweiligen Zugang zum (medial dargestellten) Anderen und fragt danach, welche spezifisch kinematographischen Formen derselben sich herausgebildet haben. Dabei wird insbesondere den Formen der medialen Übertragung, den Klischees, Stereotypen, Vorurteilen und auch den Missverständnissen Aufmerksamkeit gewidmet.

Vom Japonismus des 19. Jahrhunderts ausgehend wird dabei in zwei Hauptabschnitten einerseits der Blick westlicher Filmemacher auf Japan (Fritz Lang, Alain Resnais, Arnold Fanck, Peter Greenaway, Josef von Sternberg, Max Ophüls u.a.) untersucht und anschließend der japanische Umgang mit westlichen Darstellungsformen behandelt (Kinugasa Teinosuke, Teshigahara Hiroshi, Takahata Isao, Kurosawa Akira u.a.).

Biographische Angabe

 

geändert am 20. März 2008  E-Mail: Webmasterhillgaertner@tfm.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 20. März 2008, 13:05
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